TANZ DER GEDANKEN

Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden.
Sie loszulassen bedeutet, dass man sie sein lässt.

Jack Kornfield

Wir nehmen Gedanken als Teil des Lebensflusses wahr, so wie wir Empfindungen, Gefühle, Geräusche oder Anblicke wahrnehmen. Gedanken einfach nur als Gedanken, als geistige Erscheinungen, wahrnehmen, die im Geist auftauchen und auch wieder verschwinden, wenn wir nichts mit ihnen tun. Sie einfach sein lassen und ihnen die Macht über unsere Gefühle oder unser Handeln nehmen. So können wir Freiheit und Leichtigkeit erleben.

Vom Tanz der Gedanken & anderer geistiger Phänomene

Wir können üben, Gedanken nur als Gedanken, als eine Form von geistiger Aktivität ohne besondere Bedeutung aus einer neutralen Beobachterperspektive heraus wahrzunehmen. Zu erkennen und sich bewusst zu machen, dass es „nur“ Gedanken sind und diese lediglich unsere subjektive Sicht (Perspektive) auf die Welt oder einer Situation widerspiegeln und nur sehr bedingt die Realität abbilden. Damit können wir unserer stressverschärfenden Gedanken sowie der dahinter verborgenen, tief in unserer emotionalen Geschichte verwurzelten Bewertungsmuster immer mehr bewusst werden. Eine geduldige formale Übungspraxis unterstützt uns darin, uns von der Macht unserer Gedanken und Muster und der Identifikation mit diesen zu lösen.

Wenn wir in der achtsamen Innenschau lernen, die Phänomene (seien es Gedanken, Gefühle oder Körperempfindungen) und unser inneres Geschehen aufmerksam zu beobachten – und diesen Seifenblasen beim Schweben und Tanzen in unserem Geist zuzuschauen – , können wir unsere Anschauungen, Gewohnheiten und Bewertungsmuster erkennen, an denen wir unbedingt festhalten möchten, weil sie uns vermeintlich Halt, Sicherheit und Kontrolle geben.

In der Meditationspraxis üben wir, die Phänomene da sein zu lassen, solange sie da sind, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und sie wieder „wegschweben“ zu lassen, bis ein neues Phänomen im Vordergrund unseres Bewusstseins auftaucht. Wir schauen den Seifenblasen beim Tanzen und Vorbeischweben zu, beobachten was JETZT da ist, ohne es festzuhalten, anders haben zu wollen oder es wegzuschieben. So erkennen wir, dass die Seifenblasen eine Weile bleiben, aber auch wieder verschwinden, wenn wir nichts mit ihnen tun. Wir lassen sie einfach „tanzen“.

Es geht beim Loslassen darum, sich immer wieder ehrlich zu fragen: „Wie wahr ist das, was ich für die Wahrheit halte?“ Das Festhalten und das Anhaften an unserem Wissen, unserer vermeintlichen Wahrheit, kann auch eine Suche nach Sicherheit sein, hinter der sich Angst vor der Unkontrollierbarkeit und der Unsicherheit des Lebens verbirgt. Dieses Sicherheitsdenken wird zu einer Art Filter, der nur noch das hereinlässt, was wir bereits wissen, und alles wegschiebt und ausblendet, was neu ist, sich für uns ungewohnt anfühlt und damit tendenziell eine Bedrohung darstellt.

Loslassen bedeutet, sich von Konzepten, Vorstellungen, Gewohnheiten, Bewertungsmustern und selbstgesetzten Grenzen im Kopf zu verabschieden, sich selbst immer wieder offen und unvoreingenommen zu erforschen und bereit zu sein, sich neu kennenzulernen, Neues zuzulassen und Altes hinter sich zu lassen. Loslassen und Sein-Lassen eröffnen uns neue, andere und erweiterte Perspektiven, indem wir selbstgesetzte Grenzen überschreiten. Es ist eine Einladung, völlig offen zu bleiben und allem, was uns begegnet (seien es Gedanken, Gefühle, Empfindungen, Menschen oder Situationen), mit einem urteilslosen Geist und einer inneren Haltung von liebevoller Freundlichkeit, radikaler Akzeptanz und Nicht-Wissen zu begegnen. Mit dieser inneren Qualität nehmen wir Gedanken (und alle anderen geistigen Phänomene) als Teil des sich stetig wandelnden Lebensflusses wahr und können ein wunderbares Gefühl von innerer Freiheit und Leichtigkeit erleben.

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